Mikromobilität (engl. Micro Mobility) ist die Bezeichnung für elektrisch angetriebene Kleinstfahrzeuge. Diese hauptsächlich elektrischen Fahrzeuge werden alternativ zu den bisher üblichen Transportmitteln genutzt.

Anwendung finden die kleinen und leichten Fahrzeuge sowohl im urbanen Bereich als auch im ländlichen Raum im ersten und letzten Glied einer Mobilitätskette – den sogenannten ersten oder letzten Meilen. Das kann auf dem Weg von zuhause zur Bushaltestelle oder Bahnhof und schließlich von der U-Bahn-Station oder einer anderen Haltestelle zum Arbeitsplatz sein. Elektrische Kleinstfahrzeuge ermöglichen es, sich deutlich schneller als zu Fuß fortzubewegen und kürzere Strecken ohne große Anstrengung zu bewältigen.

Zu den elektrischen Fahrzeugen werden unter anderem E-Bikes und E-Roller, Skateboards und Hoverboards, Segways und E-Scooter gezählt. Manche dieser Kleinfahrzeuge können zusammengeklappt und im Kofferraum des Autos oder unter dem Sitz im Zug oder Bus verstaut werden. Die letzte Meile kann entsprechend stressfrei zurückgelegt werden.

Nicht alle Kleinstfahrzeuge sind für den Straßenverkehr in Deutschland zugelassen. 2009 war das Segway eines der ersten Kleinstfahrzeuge, das eine Zulassung erhielt – dies aber erst nach acht Jahren und mittels eigener Mobilitätsverordnung. Zudem dürfen Segways nicht auf Fußgängerwegen genutzt werden und auf Straßen nur dann, wenn der Fahrer mindestens einen Mofa-Führerschein besitzt. Jeder, der einen Führerschein der Klasse 3 (Auto) besitzt, darf ein Segway entsprechend fahren.

Vorteile dieser Mikromobilität liegen auf der Hand: Entlastung der Parkplatzsituation und des Straßenverkehrs sowie Vermeidung von Schadstoffemissionen. Nachteile sind fehlende Kategorisierung und Standardisierung, die Frage nach Wegerechten und die Akzeptanz der Verkehrsteilnehmer. Rechtliche Rahmenbedingungen sind hier nach Meinung von Experten dringend vonnöten.

Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company hat unterdessen ermittelt, dass der Markt für Mikromobilität zwei- bis dreimal so schnell wachse wie Carsharing oder E-Hailing-Dienste, also Apps für die Mobilität. „Zwei Faktoren erklären den aktuellen Boom“, erklärt Kersten Heineke als Co-Autor der Studie: „Die Nutzer mögen diese günstige und intuitive Form der Mobilität – zumal E-Tretroller und Co. in Städten oft das schnellste Verkehrsmittel sind.“

Mikromobilität könne die Lösung für die letzte Meile sein. „Damit dieses Angebot funktioniert, sollte jetzt auch in Europa schnell ein einheitlicher gesetzlicher Rahmen für alle Formen der Mikromobilität geschaffen werden. Zudem müssen Städte und Anbieter Hand in Hand arbeiten“, unterstreicht Heineke in Bezug auf die Studie.

Das optimale Verkehrsmittel, um die letzte Meile zwischen ÖPNV-Station und dem Zielort zu überbrücken, könne die Mikromobilität mit ihren Einrädern, Hoverboards, Skateboards und Rollern mit Elektroantrieb aber nur sein, wenn Anbieter ihren Blick stärker als bisher auf die Sicherheit richten würden. Beispielsweise durch Helme und Schutzkleidung für die Fahrer oder aber eine robustere Bauart der Fahrzeuge.

 

Quelle: https://www.springerprofessional.de/mikromobilitaet/elektrofahrzeuge/mikromobilitaet-wird-zum-milliardenmarkt/16491798