Als Leiter des wissenschaftlichen Beirates gab Prof. Dr. Andreas Knie dem „Wiesbadener Kurier“ ein umfassendes Interview.

Der „Wiesbadener Kurier“ interviewte am 6. Juli 2019 Professor Andreas Knie, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates, der den Leitbildprozess „Mobilität 365°“ moderierend begleitet.

Knie ließ während der Auftaktveranstaltung zum Prozess mit der Aussage aufhorchen, Öffentlicher Personennahverkehr sei eine „Resteverwertung für Arme, Alte und Ausländer“. Im Interview erklärte der renommierte Experte diesen geflügelten Begriff ebenso wie im Verlauf der Auftaktveranstaltung: Die Aussage sei nicht alleine auf Wiesbaden oder ESWE Verkehr bezogen. Der ÖPNV sei in Deutschland generell so angelegt, dass er diejenigen Verkehrsteilnehmer bediene, die selbst nicht mehr fahren oder sich kein Auto leisten könnten. Aktuell reiche die Leistung des ÖPNV nicht aus, um attraktiv für alle Verkehrsteilnehmer zu sein. „Wir müssen im ÖPNV einen Komfort bieten, den die Menschen auch vom Auto kennen, ansonsten wird er nicht ausreichend genutzt werden. Er muss alle bedienen können.“

Klassische Angebote in starren Strukturen müssten nach Einschätzung Knies ergänzt werden. In einer modernen und digitalen Welt seien Mikro-Busse, Ride- oder Car-Sharing umsetzbar. Besonders im zersiedelten Raum müssten Alternativen zum Auto gefunden und angeboten werden.

Ziel des Leitbildprozesses müsse eine mehrheitliche Entscheidung sein, wie der Straßenverkehr in Wiesbaden zukünftig auszuschauen habe. Die Bedingungen seien dank engagierter Stadtgesellschaft, gestaltungswilliger Stadtpolitik und engagierten Verkehrs- und Umweltdezernenten gegeben. Die Stadt sei gerade dabei, sich neu zu finden. „Seien Sie Pioniere”, rief Knie zum Abschluss auf.

Das Interview ist hier nachzulesen.